Stiftung Müller-Rönnefarth, Allensbach

Allensbacher Ehepaar stiftet zu Lebzeiten Mehrfamilienhaus der Bürgerstiftung

 

Kurt und Uta Müller haben ihr Mehrfamilienhaus der Bürgerstiftung Allensbach übertragen. Die beiden Vorsitzenden der Stiftung, Sparkassen-Direktor Johann Roth und Bürgermeister Stefan Friedrich, sprechen von einem "Glücksfall". Die beiden Stifter haben ihre Schenkung mit der Vorgabe verbunden, Erträge aus ihrer "Müller-Rönnefarth-Stiftung" ausschließlich für soziale, ökologische und kulturelle Projekte zu verwenden. Der gebürtige Allensbacher Kurt Müller (75) und seine Frau Uta (73), geborene Rönnefarth, haben sich schon früher als andere mit der Frage befasst, wie es nach ihrem Tod mit ihrem Eigentum weitergehen soll. Sie wollten ihren Nachlass selbst regeln und in eine von ihnen gewünschte Richtung lenken.

 

Längere Suche nach passender Stiftung

Bei der längeren Suche nach einer geeigneten Einrichtung waren sie schließlich auf die örtliche Bürgerstiftung gestoßen. Sie beinhaltet genau die Absichten, die den Müllers wichtig sind. Selbst auf vielfältige Weise von der öffentlichen Hand auf ihrem Lebensweg gefördert, wünschen sich beide diese Hilfen auch für die heutige Generation.

 

Der Stiftungsgedanke ist aktueller denn je

Die beiden Vorstände der Bürgerstiftung Allensbach, Sparkassen-Direktor Johann Roth und Bürgermeister Stefan Friedrich, freuen sich besonders über diese Art der Zustiftung. Die Bürgerstiftung hat damit ein Vermögen erhalten, das unabhängig vom Finanzmarkt regelmäßige Einnahmen garantiert. Und diese Zuflüsse sind nötig, um den Zweck der Stiftung auf Dauer zu erfüllen. Im Jahr 2008 war die Bürgerstiftung Allensbach von der Gemeinde und der Bezirkssparkas-se Reichenau gegründet worden. "Das gesellschaftliche Leben im Ort galt es zu fördern", erinnert sich Johann Roth an die Beweggründe. Für Bürgermeister Stefan Friedrich ist die Idee heute aktueller denn je:

„Wir zeigen mit unserer Stiftung eine Alternative zu anderen Formen der Vererbung auf. Bei uns weiß der Zustifter, wo das Vermögen bleibt und wie die Erträge eingesetzt werden.“

Das Stiftungsvermögen ist in den vergangenen Jahren durch Vermächtnisse und viele einzelne, auch regelmäßige Spenden angewachsen. Mit der Verwaltung des Mehrfamilienhauses Müller wurde für die Allensbacher Stiftung eine neue Tür aufgestoßen: Dieses Eigentum schafft dauerhafte Substanz. Davon zehren auch die großen Vorbilder in den Nachbarstädten mit ihren aus dem Mittelalter stammenden Stiftungen.

Südkurier ALLENSBACH 25. September 2020, 19:30 Uhr

Ein Ehepaar aus Allensbach verschenkt sein Haus, weil es keine Erben gibt

Zwei Allensbacher regeln bereits ihren Nachlass und überlassen ihr Haus der Bürgerstiftung. Sie dürfen weiterhin darin wohnen, wollen aber frühzeitig etwas zur Förderung sozialer und kultureller Projekte tun.

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Kurt und Uta Müller haben ihr Mehrfamilienhaus an die Bürgerstiftung übertragen. Vorsitzender Stefan Friedrich (links) und Johann Roth (rechts) freuen sich. | Bild: Stiftung

Ein Ehepaar im Ruhestand, ohne Nachkommen. Da stellt sich die Frage, was mit dem Eigentum einmal geschehen soll. Uta und Kurt Müller aus Allensbach haben eine Antwort gefunden: Sie übertrugen ihr Mehrfamilienhaus der Bürgerstiftung Allensbach.

Die StiftungDie Bürgerstiftung Allensbach ist im Jahr 2008 von der Gemeinde Allensbach und der Bezirkssparkasse Reichenau zur Förderung des gesellschaftlichen Lebens gegründet worden. Für Bürgermeister Stefan Friedrich ist die Idee heute aktueller denn je: „Wir zeigen mit unserer Stiftung eine Alternative zu anderen Formen der Vererbung auf. Bei uns weiß der Zustifter, wo das Vermögen bleibt und wie die Erträge eingesetzt werden.“ Geld gibt es für Vereine für soziales Engagement, für Akteure der lokalen Kultur sowie Sportvereine.

Die beiden Vorsitzenden der Stiftung, Sparkassen-Direktor Johann Roth und Bürgermeister Stefan Friedrich, sprechen von einem „Glücksfall“. Die Stifter haben ihre Schenkung mit der Vorgabe verbunden, Erträge aus ihrer „Müller-Rönnefahrt-Stiftung“ ausschließlich für soziale, ökologische und kulturelle Projekte in der Gesamtgemeinde zu verwenden. Das ist das zentrale Anliegen ihrer Zustiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung.

Es ist das Elternhaus

Der gebürtige Allensbacher Kurt Müller (75) und seine Frau Uta (73), geborene Rönnefahrt, wollten ihren Nachlass laut einer Pressemitteilung selbst regeln. Kurt Müller entstammt einer alten Allensbacher Handwerkerfamilie, das Elternhaus in der Radolfzeller Straße baute er zu seinem Wohnsitz aus und brachte darin fünf weitere Drei-Zimmer-Wohnungen unter.

Das Ehepaar hat lebenslanges Wohnrecht für die von ihnen bewohnten Gebäudeteile. Warum die Schenkung an die Bürgerstiftung? Weil diese genau die Absichten verfolge, die den Müllers wichtig sind. Selbst auf vielfältige Weise von der öffentlichen Hand auf ihrem Lebensweg gefördert, wünschen sich beide diese Hilfen auch für die heutige Generation.

Hilfe bei eigener Fortbildung

Die Finanzierung höherer Bildungsabschlüsse, das Heranführen an die Musik, beides war in einem Handwerkerhaushalt der 1950er und 1960er Jahre nicht ohne weiteres möglich. Kurt Müller erinnert sich dankbar an die Politik der Bildungsförderung der 1960er- Jahre, die ihm ein Studium ermöglichte.

Auch Uta Müller bekam nach der Flucht ihrer Familie 1961 aus Ostdeutschland an den Bodensee neue Chancen: Sie konnte einen höheren Schulabschluss nachholen und eine Ausbildung absolvieren. Beide waren beruflich im sozialen Bereich tätig. Seit Jahren engagiert sich Uta Müller in der Altenarbeit, Kurt Müller war in der örtlichen SPD und als Gemeinderat aktiv.

 

Förderung von Museum und Vereinen

Die Bürgerstiftung habe mit der Schenkung ein Vermögen erhalten, das unabhängig vom Finanzmarkt regelmäßige Einnahmen garantiere, werden Johann Roth und Stefan Friedrich in einer Pressemitteilung zitiert. Diese Zuflüsse seien notwendig, um den Zweck der Allensbacher Bürgerstiftung auf Dauer zu erfüllen. Im kulturellen Bereich werden beispielsweise das Mühlenweg-Museum und der Skulpturenpark unterstützt. Oft seien die Zueignungen mit dem Wunsch einer zielgerichteten Verwendung gefunden, heißt es in der Pressemitteilund.